GEFÖRDERT DURCH DIE STADT PLAUEN

LIBERTY CONVOY

STATIONEN

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  • 16. April 2010: Plauen

    Tom Burgess, angereister US-Veteran, im Gespräch mit dem Botschafter der USA, Phillip D. Murphy anlässlich einer Podiumsdiskussion im Plauener "Malzhaus".

    Die Generalkonsulin der USA in Leipzig, Katherine Brucker, lässt es sich nicht nehmen, an zweit Tagen selbst im convoy mitzufahren.

    Die Plauener treten den US-Veteranen mit großem Interesse und Freundlichkeit entgegen, nachdem diese eine Gedenktafel enthüllten.

    17. April 2010: Reichenbach

    Auf dem Markt in Reichenbach herrscht Volskfeststimmung, als der Convoy die Ereignisse von 1945 würdigt. Die Gastfreundschaft der Reichenbacher war überwältigend.

    Diese alte Feuerwehr ist jenes Fahrzeug, mit dem Oberbürgermeister Schreiber im April 1945 den amerikanern entgegenfuhr.

    Symbolisch übergibt der amtierende OB Reichenbachs, Dieter Kießlling, ähnlich seinem Vorgänger die Stadt an die "Amerikaner", indem die Stadtflagge an die US-Generalkonsulin weitergereicht wurde.

    18. April 2010: Carlsfeld

    Dieser Tag führte den Convoy unter anderem zu einem seiner wichtigsten Stopps: Carlsfeld. Die Anteilnahme der Bevölkerung war überwältigend, es herrschte eine bewegende Stimmung im Ort. Carlsfeld empfing die Convoy-Teilnehmer am Gast- und Gemeindehaus „Grüner Baum“, um hier einem der bemerkenswertesten Ereignisse im Vogtland der letzten Kriegstage zu gedenken: Die spektakuläre Kapitulation von etwa 40.000 Wehrmachtssoldaten und deren Offiziere am 7. Mai 1945.
    Am Vortag war es der L-Kompany der 87th Infantry-Division gelungen, in Jägersgrün Einheiten der Wehrmacht auszuschalten, die den Vormarsch der US-Armee durch Sprengungen verzögern wollten. Unter den etwa 30 Gefangenen befand sich ein Oberst der Wehrmacht, der durch den Zugführer Thomas L. Stafford aufgefordert wurde, seinen Vorgesetzten zur Kapitulation zu bewegen. Dieser Versuch ermöglichte es Stafford und seinem Fahrer, schließlich bis in das Hauptquartier nahe Karlsbad zu dem dortigen deutschen Oberbefehlshaber vorzudringen. Dabei handelte der 22-Jährige nicht nur ohne Absprache mit seinem Vorgesetzten, sondern gab sich gegenüber dem Oberbefehlshaber auch als Captain aus, um als anerkannter Offizier agieren zu können. Es gelang ihm durch diese Täuschung und durch sein entschlossenes Auftreten tatsächlich, so die Kapitulation herbeizuführen. Diese wurde schließlich am Abend im Gasthof in Carlsfeld durch den deutschen Oberbefehlshaber unterzeichnet - in Ermangelung von Schreibpapier auf dem Papier einer Kassenbonrolle.
    Dieses Ereignis ist nicht nur wegen der Tollkühnheit des jungen US-Sergeants bedeutend, sondern vor allem wegen der Größe der Verbände von etwa 40.000 Mann inklusive etwa 20 Generälen. Wie verteidigungsbereit diese Truppen tatsächlich waren, belegen deren Artilleriestellungen, versteckten Panzerpositionen und Sprengstoffladungen. Es blieb damit ein letztes, vielleicht verheerendes Gefecht aus, dass unmittelbar vor der vollständigen Kapitulation Nazi-Deutschlands noch einmal hunderte, vielleicht tausende Opfer gefordert hätte.

    65 Jahre später enthüllte jener Thomas L. Stafford am Gasthaus "Grüner Baum" in Carlsfeld "seine“ Gedenktafel. Nach sehr bewegenden Ansprachen des Bürgermeisters der Stadt Eibenstock, Uwe Staab sowie des Landrates des Erzgebirgskreises, Frank Vogel oblag ihm im Beisein der weiteren Veteranen die feierliche Enthüllung. Die Carlsfelder dankten auf ihre Art den Veteranen mit zalreichen Präsenten, einer guten Bewirtung der Convoy-Teilnehmer und mit vielfältigsten Gesprächen unter größtem Medieninteresse.Dies macht die Station Carlsfeld zu einer der bedeutendsten des Liberty Convoy 2010.

    Der eintreffende Convoy wurde in Carlsfeld bei bestem Frühlingswetter mit überwältigendem Interesse begrüßt.

    Tom Stafford: 65 Jahre nach seinem beherzten Einsatz im Oberen Vogtland enthüllt er eine Gedenktafel zum Liberty Convoy 2010.

    Die Veteranen der 87th. ID erlebten einen ehrenvollen und warmherzigen Empfang durch die Bürger und kommunale Vertreter. Das Medieninteresse war besonders groß.

    18. April 2010: Morgenröthe-Rautenkranz

    Zuvor hatte der LIBERTY CONVOY die Städte Falkenstein und Auerbach erreicht mit jeweils kurzen Stopps und Ansprachen der Oberbürgermeister sowie jeweils historischen Abrissen des Historikers Ullrich Koch. Viele Menschen, darunter zahlreiche Zeitzeugen, begrüßten vor allem die Veteranen fast wie Popstars, überreichten Ihnen Blumen, baten um Autogramm und Selfies. Dies machte deutlich, wie bewusst den Vogtländern die Geschehnisse und das Engagement der US-Army in Deutschland ist. Schon während der vorangangenen beiden Tagen spielten sich ebenso bemerkenswerte Szenen ab. So hingen an manchem Fenster weiße Bettlaken als Symbol der Friedfertigkeit. Mitunter schenkten die Vogtländer den Veteranen Kaugummi und Schokolade.

    Nach dem überwältigenden Empfang in Carlsfeld fuhr der Liberty Convoy nach Morgenröthe-Rautenkranz zu seinem organisierten Stopp am Raumfahrtmuseum.
    Einige der berührendsten Szenen der Gedenkveranstaltung spielten sich hier ab. Kurz vor der Weiterfahrt nach Klingenthal kam es nämlich zu einer ganz besonderen Begegnung: deutsche Wehrmachtsangehörige, die im Zweiten Weltkreig unter anderem in Belgien gegen die Alliierten kämpften, trafen nun auf ihre früheren Gegner! Jetzt besiegeln ehemalige Feinde mit einer Umarmung unter Tränen für sich das Ende des unsäglichen Zweiten Weltkrieges. Allein für diese Szene hat sich der Organisationsaufwand des LIBERTY CONVOY gelohnt.

    Wie Popstars empfangen die zahlreichen Vogtländer vor allem die US-Veteranen. Diese empfinden angesichts der Warmherzigkeit, die sie erfahren dürfen, eine große Erleichterung. Denn zeitlebens rangen sie mit ihren Erlebnissen in Europa und der Frage, ob man sie hier als Besatzer oder doch als Befreier versteht. Diese Frage ist zumindest für Stafford, Burgess, Gracy, Garisson und Bowman mit dieser Gedenkveranstaltung beantwortet.

    Was für ein Moment: Eldon Gracy schließt mit einem vogtländischen Wehrmachtsveteran an diesem denkwürdigen Tag Freundschaft. Beide hatten in Flandern gekämpft. Für beide ist es eine Befreiung.

    Rückfahrt ins Camp Waldfrieden. Für alle Teilnehmer, einschließlich der Motorradstaffel der Sächsischen Polizei eine einzigartige und sehr wertvolle Erfahrung.

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